Berlin (ots)

 Ausstellerzahl deutlich gestiegen - Fokus auf Elektromobilität - Motto: "Zukunft serienmäßig" 1. Quartal: Pkw-Inlandsmarkt und Export mit zweistelligem Wachstum ? Produktion auf Rekordniveau 

„Die erfreulich dynamische Entwicklung auf den Automobilmärkten gibt der weltweit wichtigsten Mobilitätsmesse, der IAA, Rückenwind. Wir erwarten eine starke Messe – mit mehr Ausstellern, mehr Besuchern und noch mehr Innovationen“, betonte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), vor der Presse in Berlin. Die 64. Internationale Automobil-Ausstellung (IAA Pkw) findet vom 15. bis 25. September 2011 in Frankfurt am Main statt und wird von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel eröffnet. „Wir werden auf dieser 64. IAA Pkw ein Premierenfeuerwerk erleben, das alle wichtigen Hersteller und Zulieferer umfasst. Wir werden Innovationen bei der Optimierung klassischer Antriebe – Clean Diesel und Benziner – sehen, bei Hybrid- und Elektrofahrzeugen sowie beim Wasserstoffantrieb. Die Elektromobilität wird definitiv eines der wichtigsten Themen dieser IAA sein. Wir unterstreichen damit unseren Anspruch, internationale Leitmesse zu sein. Das bedeutet konkret, nicht nur zu präsentieren, was ist, sondern auch, was sein wird“, unterstrich Wissmann.

Die IAA treffe auf ein deutlich besseres wirtschaftliches Umfeld; die letzte IAA fand 2009 mitten in der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise statt, so Wissmann: „2010 stieg die weltweite Produktion deutscher Hersteller um knapp 19 Prozent auf 11,6 Mio. Pkw, der Pkw- Export erhöhte sich um rund 24 Prozent, der Umsatz der deutschen Automobilindustrie insgesamt legte um gut 20 Prozent auf 317 Mrd. Euro zu. Auch im 1. Quartal 2011 hat sich diese Entwicklung fortgesetzt“.

„Wir erwarten, dass wir die Ausstellerzahl der letzten IAA Pkw (781) klar übertreffen werden. Wir rechnen 2011 mit rund 900 Ausstellern. Bereits jetzt, also noch gut fünf Monate vor Beginn der IAA, haben sich schon rund 600 Aussteller aus 35 Ländern angemeldet. Das ist eine sehr erfreuliche Basis; diese Zahl liegt über dem Vergleichswert des Jahres 2009“, unterstrich Wissmann. Bei vielen Ausstellern gehe der Trend dahin, sich noch sehr kurzfristig anzumelden.

Es zeige die hohe Attraktivität der IAA, dass 2011 wieder alle großen internationalen Hersteller auf dieser Messe vertreten sein werden, erläuterte Wissmann: „Besonders freuen wir uns über einige prominente ‚Rückkehrer‘, die 2009, aufgrund der weltweiten Krise, nicht zur IAA kommen konnten. So haben sich die japanischen Hersteller Honda, Mitsubishi und Isuzu wieder fest angemeldet. Aus Südkorea wird SsangYong dabei sein, aus den USA kommen Chevrolet und Cadillac wieder nach Frankfurt. Darüber hinaus sind Infiniti aus Japan sowie AD Motors aus Südkorea und Changan aus China erstmals dabei.“ Die Zulieferer stellen zahlenmäßig traditionell die größte Ausstellergruppe. Auch sie sind wieder deutlich stärker vertreten. Einige Unternehmen sind nach einer Krisen-Pause 2009 wieder mit einem Ausstellungsstand dabei, u. a. Alpine, Behr, Bertrandt, Continental, Delphi, Hankook, Plastic Omnium oder Tenneco. Erstmals auf der IAA stellen auch namhafte Zulieferer wie Faurecia und Schaeffler ihre Produkte aus.

„Frankfurt am Main ist für die IAA der passende Veranstaltungsort. Die Automobilindustrie agiert immer globaler. Und damit wird auch die IAA mit ihren Ausstellern und Besuchern immer internationaler“, sagte Wissmann weiter. Der Messestandort mit seiner zentralen Lage in Deutschland, seiner hervorragenden Anbindung an das Autobahnnetz, seinem internationalen Flughafen, seinem ICE-Terminal sowie seinem großen Einzugsgebiet biete gute Voraussetzungen, um die IAA erneut zum Erfolg zu führen. Bei der Gesamt- Ausstellungsfläche der IAA plane der VDA mit einem „deutlichen Sprung über die Marke von 200.000 Quadratmetern“, so Wissmann. 2009 betrug die Ausstellungsfläche 195.000 Quadratmeter.

Wissmann betonte: „Der VDA ist Veranstalter der IAA. Wir stemmen die weltweit größte Mobilitätsmesse mit unserer Stamm-Mannschaft, wir geben also die Verantwortung nicht ab und legen die Vorbereitung und Durchführung auch nicht in fremde Hände anderer Dienstleister. Natürlich unterstützt uns die Messe Frankfurt, die Zusammenarbeit hat sich sehr gut eingespielt – aber im Gegensatz zu vielen anderen Messen sind wir ‚Hausherr‘ und ‚Unternehmer‘ der IAA.“ Die Vorbereitungen zur 64. IAA Pkw haben bereits vor mehreren Monaten begonnen. Klaus Bräunig, für die IAA zuständiger VDA-Geschäftsführer, bündele die Aktivitäten, darunter zahlreiche Sonderaktivitäten und über 30 Fachveranstaltungen. Die IAA sei nicht nur die weltweit wichtigste Mobilitätsmesse, sondern zudem bedeutende Plattform für die politische Kommunikation. Neben der Bundeskanzlerin werden zahlreiche Bundes- und Landespolitiker sowie Vertreter der EU und internationale hochrangige Gäste erwartet.

Die IAA werde einen Blick auf die Mobilität von morgen, in die „Zukunftswerkstatt“, bieten, wie Wissmann erläuterte: „Es wird dafür erstmals einen zusätzlichen Ausstellungsbereich für Elektromobilität geben. Die Besucher können dort die wesentlichen Aspekte der Veränderung dieser Wertschöpfungskette rund um das Auto sehen: Wir beleuchten einerseits die wesentlichen Bestandteile – Komponenten, Batterien bis hin zur Stromversorgung, zu Ladestationen – sowie Mobilitätskonzepte und natürlich auch die kompletten Fahrzeuge. Wir zeigen zudem die gesamte Energiekette – von der Energieumwandlung über den Transport bis zum Verbraucher. Die Elektromobilität betrifft ja die gesamte Wertschöpfungskette und hat erhebliche Auswirkungen auf die benötigte Infrastruktur“.

Dabei werden die Besucher die Automobilhersteller und Zulieferer nicht nur auf ihren Ständen, sondern auch in der neu eingerichteten „Halle der Elektromobilität“ sehen. Dort finden sich zudem Vertreter angrenzender Branchen, die an der Mobilität von morgen mitarbeiten. Neben Herstellern von Elektroautos und -rollern werden Unternehmen der Chemie-, Elektro- und Elektronikindustrie ebenso vertreten sein wie Energieversorger und Netzbetreiber. Hinzu kommen Unternehmen aus der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) sowie wissenschaftliche Institute und Hochschulen.

„Die IAA-Besucher werden im Rahmen von Probefahrten Elektromobilität selbst ‚erfahren‘ können“, sagte Wissmann. Die Zukunftsbedeutung der Elektromobilität bei der IAA werde zusätzlich mit einem Fachkongress „Elektromobilität“ unterstrichen, der am 21. September 2011 im Congress Center Messe Frankfurt (CMF) stattfindet. Einen Tag lang werde es dabei um das „Ecosystem Elektromobilität“ gehen. „Dieser Kongress ist einzigartig, weil er die Leitanbieter aus den beteiligten Industrien rund um das Auto zusammenbringt. Entsprechend veranstaltet der VDA diesen Kongress gemeinsam mit den Verbänden BDEW, BDI, BITCOM, VCI und ZVEI“, erläuterte Wissmann.

Auch den Innovationspfad werde es wieder geben. Der Pfad führt die Besucher direkt zu den wichtigsten Neuheiten und Premieren der Aussteller. Ebenso wird er die Präsentation der Elektromobilität erlebbar machen, sei es bei Ständen der Hersteller, sei es im neuen Hallenbereich Elektromobilität. „Emotion pur“ biete die Oldtimer-Show, die in einer eigenen Halle die faszinierendsten historischen Modelle aus der 125-jährigen Geschichte des Automobils präsentiere. Zahlreiche Sonderaktionen wie das Spritspar-Training, der Geländewagen-Parcours oder die Kartbahn runden das umfangreiche IAA-Programm ab. Mit der Initiative „GoIng“ wirbt die deutsche Automobilindustrie bei Schülerinnen und Schülern sowie mit den „Recruitingtagen“ bei Studierenden um qualifizierten Ingenieurnachwuchs für die Automobilindustrie.

Wissmann stellte das Motto der 64. IAA Pkw vor: „Zukunft serienmäßig“ bzw. „Future comes as standard“. Das Motto positioniere sich im „Spannungsfeld zwischen Jubiläum und Zukunftsversprechen“, zwischen dem Ausblick auf das Künftige und der Sicht auf das, was schon heute technische Reife erlangt habe: „Für kaum eine andere Branche ist die Frage der Serienreife von so zentraler Bedeutung wie für die Automobilindustrie. Jedes neue Modell hat – bevor es zur Serienfertigung kommt – einen langen und intensiven Entwicklungsprozess durchlaufen. Alle Komponenten wurden dabei geprüft, gerade auch in ihrem Zusammenspiel im ‚Gesamtsystem Auto‘.“ Die hohe Präzision im Fertigungsprozess, die Teilesteuerung und Logistik, die Abstimmung von Fahrwerk, Motorsteuerung und elektronischen Assistenzsystemen aufeinander machten erst die Qualität und Einzigartigkeit eines hochwertigen Produkts aus, für das gerade die deutschen Modelle weltweit anerkannter Maßstab seien, erläuterte Wissmann. Heute stehe diese Industrie vor einem neuen technologischen Sprung – ins Zeitalter der Elektromobilität. Die Vision von „Zero Emission“ sei nicht mehr Wunschdenken, sondern rücke in greifbare Nähe: „Wir haben es nicht mit einem Unikat zu tun. Die Automobilindustrie zeichnet sich ja gerade dadurch aus, dass sie Premium und anspruchsvollste Technologien auch in volumenstarken Segmenten auf die Straße bringt – gerade dafür steht das IAA-Motto ‚Zukunft serienmäßig'“, unterstrich Wissmann.

Im IAA-Plakat 2011, das ebenfalls erstmals vorgestellt wurde, verdichten sich animierte Metallkugeln zu einer „Wolke“ in Form eines Automobils. Die kleinen Kugeln stehen sinnbildlich für viele kleine innovative Ideen, die im Gesamtsystem Auto stecken. Auch die Farben (Electric Blue, Cyan, Schwarz, Weiß, Silber) vermitteln den Aufbruch in die Zukunft. „Das Key Visual steht damit für die Innovationskraft der Automobilindustrie und für die IAA als zukunftsweisende Messe. Den IAA-Besucher erwarten hier neue Ideen und innovative Konzepte“, so Wissmann.

Der VDA-Präsident ging auch auf das Thema Japan ein: „Die Sicherung der Lieferkette ist eine der ganz zentralen Aufgaben der Automobilindustrie. Hersteller wie Zulieferer haben bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass sie sich auf abrupte Wechsel rasch und flexibel einstellen können.“ Gerade im dynamischen Hochlauf nach der letzten Krise sei diese Industrie ihren „hohen Ansprüchen an Qualität, Sicherheit und Liefertreue gerecht geworden“. Aktuell verfolgten die deutschen Unternehmen der Automobilindustrie „sehr aufmerksam“ die Entwicklungen in Japan: „Die Unternehmen in Japan sorgen sich vor allem um stabile Strom- und Wasserversorgung. Wir beziehen von dort insbesondere Elektronik- Bauteile, Kompressoren oder Dichtungen. Unsere Unternehmen haben ‚Task Forces‘ gebildet, die täglich zusammen kommen, um die Lage zu analysieren, alternative Lieferoptionen zu prüfen und alle logistischen Themen behandeln, die die Lieferkette stabil halten. Wir sind heute zuversichtlich, dass unsere Unternehmen auch diese Herausforderung meistern werden. Aber es gibt noch keinen Grund zur Entwarnung, der Anspannungsgrad in der Lieferkette ist hoch.“

Pkw-Inlandsmarkt und Export mit zweistelligem Wachstum

Wissmann erläuterte zudem die aktuelle Marktentwicklung und stellte die Produktions-, Export- und Neuzulassungszahlen für das 1. Quartal 2011 vor: „Das erste Quartal ist besser gelaufen als wir zu Beginn des Jahres annehmen konnten. Die deutsche Automobilindustrie profitiert weiterhin von der sehr hohen Dynamik auf wichtigen internationalen Märkten. Aber auch der Heimatmarkt nimmt weiter Fahrt auf.“ Im 1. Quartal 2011 ist der Pkw-Inlandsmarkt um 14 Prozent auf rund 764.000 Einheiten gestiegen. Allein im März betrug der Zuwachs gut 11 Prozent. „Der inländische Auftragseingang zeigt sich sehr lebhaft: Er ist im 1. Quartal um ein Viertel gestiegen. Diese Dynamik wird sich in den nächsten Monaten entsprechend in den Neuzulassungszahlen niederschlagen“, sagte Wissmann.

Die wirtschaftlichen Voraussetzungen für das Privatkundengeschäft berechtigten zu Zuversicht. Der stabile Arbeitsmarkt gebe den Käufern offensichtlich die notwendige Sicherheit, die Einkommensentwicklung erleichtere die Entscheidung der privaten Haushalte.

Allerdings hänge viel davon ab, dass die Rahmenbedingungen günstig blieben. Es gebe durchaus auch Risikofaktoren. So machten die Ölpreisentwicklung und der damit verbundene Anstieg der Kraftstoffpreise an der Zapfsäule große Sorgen. „Ein Teil der Einkommenszuwächse wird an der Tankstelle abgezapft. In den ersten zwei Monaten des laufenden Jahres stieg der Autokostenindex bereits wieder um 4 Prozent – vor allem getrieben von den Kraftstoffpreisen. Bei diesen allein betrug der Zuwachs stattliche 11 Prozent.“

Die Weltmärkte entwickelten sich weiterhin sehr positiv: „Wir rechnen für das Gesamtjahr 2011 mit einem Anstieg des Welt-Pkw-Marktes um 7 Prozent auf 66 Mio. Einheiten. Aufgrund ihrer internationalen Ausrichtung können die deutschen Marken von dieser Entwicklung profitieren“, betonte Wissmann. So sind die Exporte der deutschen Pkw- Hersteller im 1. Quartal 2011 nochmals um 11 Prozent auf knapp 1,2 Mio. Einheiten gestiegen, im März lag das Plus bei 8 Prozent. „Damit sind wir auf Rekordkurs für das Gesamtjahr 2011 – wir rechnen mit einem Exportvolumen von 4,45 Mio. Pkw“, sagte der VDA-Präsident. „Die nun seit einiger Zeit wieder sehr guten Exporte und der aktuell wieder lebhafte Inlandsmarkt befeuern die Produktion unserer Unternehmen – entlang der gesamten Wertschöpfungskette“, unterstrich Wissmann. Insgesamt wurden im 1. Quartal in den inländischen Werken der deutschen Hersteller 1,5 Mio. Pkw produziert. Damit habe die deutsche Automobilindustrie das bisherige Höchstniveau aus dem Jahr 2007 – bezogen auf das 1. Quartal – nahezu wieder erreicht. Gegenüber dem „bereits recht ordentlichen“ 1. Quartal 2010 sei das ein Zuwachs um rund 8 Prozent. Doch auch hinsichtlich der internationalen Märkte sei es ratsam, die vorhandenen Risiken im Blick zu halten: „Natürlich überlagern die ernsten Nachrichten aus Japan viele andere Meldungen. Aber unsere Unternehmen schauen auch auf die Entwicklung der Rohstoffpreise, inklusive der Rohölnotierung. Es gibt Inflationspotentiale in den Schwellenländern, die wir ebenfalls genau beobachten. Und schließlich zieht der US-Markt zwar an, doch der Weg auf einen neuen Wachstumspfad ist noch steinig“, erläuterte Wissmann.

Unter dem Strich sei für die deutsche Automobilindustrie die Bilanz des 1. Quartals 2011 durchaus erfreulich: „Wir sind weltweit auf Wachstumskurs. Offensichtlich honorieren die Kunden weltweit unsere Innovationsanstrengungen: Autos zu entwickeln und zu bauen, die nicht nur geringere CO2-Werte haben als ihre Vorgängermodelle, sondern die auch in punkto Sicherheit, Komfort, Design und Qualität Maßstäbe setzen. Es ist ein glänzendes Zeugnis, das unsere Hersteller und Zulieferer im 125. Jahr des Automobils vorweisen können“, sagte Wissmann.

Hinweis für die Redaktionen: Das Key Visual (Plakat) der 64. IAA Pkw steht unter www.vda.de zum download bereit.

 März 2011 Januar - März 2011 Personenkraft- wagen *) Anzahl ±% Vorjahr Anzahl ±% Vorjahr Neuzulassungen 328.100 11 763.600 14 davon dt. Marken inkl. Konzernmarken 226.200 9 525.600 13 ausl. Marken 101.900 17 238.000 16 Export 449.100 8 1.163.600 11 Produktion 576.700 3 1.494.100 8 

*) z.T. vorläufig

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Eckehart Rotter
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Quelle: presseportal.de

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