Original vs. Showcar

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Neben die Originale von 1948 gestellt, offenbarten sich deutliche Unterschiede. Ursprünglich lief die Karosserie nach hinten schmaler aus. Die Front hatte eine ausgeprägte Bugspitze. Der ursprünglich einteilige und hinten angeschlagene Heckdeckel reichte vom Passagierraum bis knapp über die hintere Stoßstange. Später wurde er beim Originalfahrzeug ersetzt: durch eine zweiteilige Konstruktion mit einem Querblech über dem Motor und einer kürzeren Haube über dem hinteren Stauraum.

Mit originalgetreuen Holzformen als Prüfwerkzeuge, Lehren genannt, entstand schließlich der Nachbau der ursprünglichen „Nr. 1“-Karosserie – wie vor 70 Jahren in Handarbeit aus Aluminium. Die Bleche wurden wie 1948 mit Handwerkzeug gebogen, gezogen und getrieben. Die Originalität reicht bis in die Farbformel der Lackierung zurück: Um den möglichst gleichen Farbton zu treffen, wurden an dem früher mehrfach überlackierten Originalsportwagen Schichtproben unter dem Armaturenbrett genommen und analysiert. Zeitgenössische Armaturen mit exakt an das Original angepassten Zifferblättern flankieren die Lenksäule. Selbst die Knüpfung der Teppiche entspricht der von vor 70 Jahren. Nur fahren kann der Nachbau keinen Meter: Ein Motor ist in dem Gitterrahmen nicht vorgesehen, die Hinterachse besteht aus einem schlichten Rohr. Die Vorderachse samt Lenkung und Lenkrad stammt wie beim Original von einem Volkswagen „Käfer“.

Das Showcar hat für Porsche eine große zeitgeschichtliche Bedeutung

Acht Monate dauerte die Fertigung des neuen Maßanzugs mit dem klassischen Schnitt – für ein Showcar, das für Porsche nicht nur eine zeitgeschichtliche, sondern auch eine hohe symbolische Bedeutung hat: Auf seine Form, seine fahrdynamische Auslegung und sein Leichtbaukonzept geht der Markenkern aller Porsche-Sportwagen zurück. Kürzlich startete das 356 „Nr. 1“ Showcar zu einer Weltreise.

„Nr. 1“ Roadster und Showcar auf Weltreise

Im Rahmen des Jubiläums „70 Jahre Porsche Sportwagen“ schickt das Porsche Museum den 356 „Nr. 1“ Roadster um die Welt, unter anderem an folgende Orte:

• 8. Juni: Deutschland, Stuttgart-Zuffenhausen, Porsche Museum, Festakt
• 12. bis 15. Juli: Großbritannien, Goodwood, Festival of Speed
• 8. und 9. September: Kanada, Vancouver, Luxury & Supercar Weekend
• 27. bis 30. September: USA, Laguna Seca, Porsche Rennsport Reunion

Auch das 356 „Nr. 1“ Showcar tourt um die Welt, beispielsweise zu diesen Stationen:

• Bis 31. Mai: Deutschland, Berlin, DRIVE. Volkswagen Group Forum, Ausstellung
• 9. und 10. Juni: Südafrika, Johannesburg, Kyalami Grand Prix Circuit, Sportscar Together Day
• Mitte Juli bis Ende September: Deutschland, Stuttgart-Zuffenhausen, Porsche Museum, Ausstellung
• 15. bis 25. November: China, Guangzhou, Automesse

Info

Text erstmalig erschienen im Porsche-Kundenmagazin Christophorus, Nr. 386

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Quelle: Porsche Newsroom

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