Little Miss Ruby Red, Bahama Mama und Ghostrider – Lea Perelsztein liebt Autos im Allgemeinen, Porsche im Besonderen und ganz besonders ihre drei Stars mit diesen bezeichnenden Kosenamen: das rubinrote Porsche 356 SC Coupé, den bahamagelben 912 und den schiefergrauen 964. Sie sind unter anderem zu bewundern auf Leas Instagram-Account „@lealovescars“, der schon seit Längerem ein Geheimtipp für alle ist, die auf der Suche nach ästhetischen, überraschenden und farbintensiven Porsche-Fotos sind. Wobei …gelegentlich finden sich sogar ein paar Modelle anderer Marken darunter. „Genau 134.301 Fotos habe ich bisher gemacht“, erzählt Lea lachend beim Gespräch Ende Januar in Hamburg, „und bisher sind mir die Ideen für die Motive nicht ausgegangen.“ Dank ihrer Mediathek auf dem Tablet kann sie genau Buch führen. Seit Redaktionsschluss dürften noch einige Hundert neue Fotos dazugekommen sein.

Porsche 912, Petro-Surf Festival, Sylt, 2022, Porsche AG
Am Strand von Rømø. Leas 912 und ein paar Artgenossen sind bereit für neue Abenteuer. Hier werden weder Sand noch Salzwasser gescheut. Fahren in seiner schönsten Form eben.

Die gebürtige Hamburgerin liebt vor allem Inszenierungen an ungewöhnlichen Orten und setzt auf den Kontrast von Farben und Formen und den Überraschungseffekt. In Leas Heimatstadt gehört dazu beispielsweise das ausgedehnte Hafengelände, auf dem sie trotz aller Betriebsamkeit noch immer verwunschene und verlassene Orte findet. Nicht nur Hamburger können die Hansestadt durch Leas Augen neu entdecken. Besonders gern sucht sie nach Locations, die einen Porsche außergewöhnlich in Szene setzen – und dazu zählt Sylt allemal.

Ken Hake (l), Petro-Surf Festival, Sylt, 2022, Porsche AG
Hoch im Norden. Ken Hake (links) rief zusammen mit einem Freund das nördlichste Porsche- und Surfer-Treffen Deutschlands ins Leben.

Sylt, Porsche & Surfen

Zwei gebürtige Sylter, Angelo Schmitt und Ken Hake, ein guter Freund Leas, riefen das Petro Surf Festival 2018 ins Leben. Sie führten damit etwas zusammen, was nach ihrer Ansicht seit längerem zu ihrer Heimatinsel gehört: Surfen und Porsche. Sylt gilt seit den 1950er-Jahren als Geburtsstätte des deutschen Wellenreitens, und Porsche …na ja das gehört zum Sylter Lifestyle wie die Austern zum Gogärtchen oder der Schampus zur Sansibar (um nur einige Sylt-Klischees zu bedienen).

Doch die Autos, mit denen die Petro-Surfer vorfahren, haben mit den neuesten 992 oder Taycan Cross Turismos mit Hamburger, Düsseldorfer oder auch Münchener Kennzeichen, die sonst bevorzugt auf Deutschlands nobelster Insel zu finden sind, nichts gemein. Gemäß dem Petro-Surf-Motto „a congregation of mostly flat sixes and single fins“ sind nur luftgekühlte Porsche-Modelle zugelassen, die sich auch gerne mal im eher rauen Outlaw-Stil oder als fantasievoller Safari-Rallye-Umbau präsentieren dürfen. Sie passen, so finden alle hier, am besten zum urwüchsigen Stil der alternativen Surfer-Gemeinde.  Dabei muss es kein 911 sein, ein 356, 912 oder 914 geht auch. Man ist ja tolerant.

Sammelpunkt für die rund 80 aktiven Teilnehmer ist der kleine Munkmarscher Hafen, der am Wattenmeer zwischen Braderup und Keitum liegt. Von dort verteilt man sich dann ein Wochenende lang in zwanglosen Gruppen, um Spaß zu haben, das heißt vor allem fachsimpeln, fahren, feiern und, wenn es die Verhältnisse zulassen, sogar surfen.

Lea loves cars

Vor rund sechs Jahren entdeckte Lea ihre Leidenschaft für die Fotografie, die sich auf ideale Weise mit ihrer schon langen gepflegten Passion für altes Blech verband. Bevorzugtes Fotomotiv war in jener Anfangszeit ihr hellblauer Fiat 500, Baujahr 1971, den sie aus nachvollziehbaren Gründen Baby Blue getauft hatte. Zu ihm gesellte sich bald Little Miss Ruby Red, das 356 SC Coupé aus dem Jahr 1964– die Erfüllung eines frühen Kindheitswunschs. „Es war mein absolutes Traumauto“, berichtet Lea, „seit ich fünf war, habe ich davon geträumt, meinen eigenen Porsche zu besitzen.“

Die Oldtimer-Sammlung ihres Vaters, zu der auch einige Porsche-Modelle gehörten, hat diese für ein kleines Mädchen eher ungewöhnliche Wunschfantasie beflügelt. Eine fotografische Hommage an den früh verstorbenen Vater hat Lea in ihrem Buch „Little Miss Ruby Red – The Adventures of a 1964 Porsche 356 SC“ festgehalten: Ein Farbfoto aus dem Jahr 2016 zeigt sie, wie sie gerade vor einer schicken Hamburger Villa aus „Ruby“ aussteigt. Darunter das identische Motiv in Schwarz-Weiß, gut 50 Jahre zuvor aufgenommen. Diesmal steigt ein Mann mit Trenchcoat aus einem 356: Leas Vater.

Die Fotografin gibt ihren Fans damit einen der wenigen Hinweise auf ihre Herkunft. Aber auch auf diesem gleichsam biografischen Foto ist sie nur von hinten zu sehen, wie auf allen ihren anderen Bildern auch. „Ich bleibe gern im Hintergrund“, verrät sie uns, „die Autos sind für mich die Stars.“

Lea Perelsztein, Fotografin, Porsche 912, Petro-Surf Festival, Sylt, 2022, Porsche AG
Sie liebt die Fortbewegung auf vier Rädern und zeigt sich auf ihren Fotos, wenn überhaupt, mit ihrer Kehrseite. „Für mich“, erklärt Lea, „sind die Autos die Stars.“

Das gilt natürlich auch für Bahama Mama, das im gleichnamigen Gelb lackierte 912 Coupé von 1969, das Leas regelmäßige Begleitung zum jährlichen Petro-Surf Festival auf Sylt darstellt (2020 wurde Petro-Surf pandemiebedingt abgesagt). Dort fiel es nicht nur wegen seiner kultigen Farbe auf, sondern vor allem, wie Lea betont, „durch das im California Style montierte Surfbrett“. Für alle, die sich darunter gerade nicht so viel vorstellen können: Das Brett wird mit der Unterseite nach oben und dem Heck nach vorne auf den Dachgepäckträger geschnallt. 

Porsche 912, Petro-Surf Festival, Sylt, 2022, Porsche AG
Naturwunder: Leas 912 namens „Bahama Mama“ übt selbst auf Vierbeiner eine magische Anziehungskraft aus.

Porsche 912, Petro-Surf Festival, Sylt, 2022, Porsche AG
Naturwunder: Leas 912 namens „Bahama Mama“ übt selbst auf Vierbeiner eine magische Anziehungskraft aus.

Porsche 912, Petro-Surf Festival, Sylt, 2022, Porsche AG
Naturwunder: Leas 912 namens „Bahama Mama“ übt selbst auf Vierbeiner eine magische Anziehungskraft aus.

Die Ausgabe 2022 des Festivals findet vom 24.-26. Juni statt. Am 25. Juni ist das Festival ab 14 Uhr für alle Inselbesucher frei zugänglich. Hier kann zum einen die Fahrzeugausstellung ausgewählter luftgekühlter Porsche-Modelle bewundert als auch diverse weitere Austeller zum Thema Surfen betrachtet werden.  Lea kann es schon kaum noch erwarten. In bester Erinnerung hat sie noch die anschließende Rückfahrt mit der Fähre List auf Sylt zur dänischen Insel Rømø, bei der wieder ein paar Dutzend luftgekühlte Preziosen im Frachtraum versammelt sein werden. „Das Bild haut mich jedes Mal um“, sagt Lea, „es zaubert mir einfach ein Lächeln ins Gesicht.“

Petro-Surf Festival, Sylt, 2022, Porsche AG
Endstation Sehnsucht. Seit 2018 treffen sich die Fans luftgekühlten Fahrens und Wellenreitens zum Petro-Surf Festival auf Sylt.

Ob sie Bahama Mama mit nach Sylt nimmt, hat Lea noch nicht entschieden. Little Miss Ruby Red hat sie vor Kurzem schweren Herzens verkauft, aber dafür bereichert jetzt ein vipergrünes 911 T Coupé von 1972 ihre Sammlung, das sich auf Sylt sicher mindestens genauso gut wie der bahamagelbe 912 machen würde. Jetzt muss sie nur noch einen Namen für ihren neuen Star finden.

Porsche & Petro-Surf

Porsche Deutschland unterstützt das Event bereits zum vierten Mal als Sponsor. Dabei präsentiert sich unter anderem die Niederlassung aus Hamburg in der historischen Bootshalle des Munkmarscher Hafens. Neben einer Fotoausstellung von Frank Kayser, die Einblicke in eine legendäre Porsche-Community aus Kalifornien, genannt „R-Gruppe“, gibt, präsentiert Porsche neu aufgelegte Original- und Zubehörteile aus dem Angebot von Porsche Classic und der Porsche Driver‘s Selection. Zudem wird eine Neuauflage aus dem Produktangebot von Porsche Classic erstmals physisch präsentiert werden: die originale Fuchsfelge® für die Modelle 911, Typ 993 und 996 sowie den Boxster, Typ 986.

Info

Text erstmalig erschienen im Magazin Porsche Klassik 23.

Autor: Thomas Ammann

Fotografin: Lea Perelsztein

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Quelle: Porsche Newsroom

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